Entlang Hollands Nordseeküste

Wenn das Gute so nah liegt: Die Tour mit dem Reisemobil entlang der niederländischen Nordseeküste ist voller Überraschungen. Auf kilometerweite Sandstrände folgen urige Orten und endlose Blumenfelder.

Beim Thema Holland fallen einem gleich allerlei Stichworte ein, wie Käse, Holzschuhe, Tulpen und Windmühlen. Und vielleicht noch Fahrradfahrer und natürlich auch Wohnwagen ... Um es klar zu sagen: Viele der Klischees sind tatsächlich ein Abbild der Wirklichkeit, die Holländer lieben und leben auf eine entzückende Art ihre Traditionen. Wobei traditionell hier nicht altbacken oder rückständig meint, im Gegenteil – Moderne und Tradition bilden im Flachland an der Nordseeküste eine faszinierende Mischung.
Wir starten unsere Tour gleich mit einem Klassiker, nämlich in Rotterdam. Per Ausflugsboot schippern wir einmal quer durch den gigantischen Hafen und lassen uns den Seewind um die Nase wehen. Wer es sportlicher mag, schnappt sich das Fahrrad und kann auf einer 28 Kilometer langen Rundtour Europas größten Seehafen vom Sattel aus entdecken – cool.

Sightseeing in Amsterdam

Unser nächster Stopp ist die Grachtenmetropole Amsterdam, für die man ausgiebig Zeit einplanen sollte. Selbst Regen kann das Sightseeing-Vergnügen hier kaum schmälern – es gibt genug interessante Museen (Rembrandthuis, Van-Gogh-Museum, Anne-Frank-Haus), Bauwerke (De Oude Kerk, Munttoren, Westerkerk) und Shoppingmöglichkeiten (Grachtengürtel, Bloemenmarkt, Noordermarkt), um jede Menge Schietwettertage füllen zu können. Am Abend, wenn sich die Lichter der Straßenlampen und die Leuchtschriften der vielen Bars und Restaurants in den Grachten spiegeln, nimmt die Stadt mit ihrem unvergleichlichen Nachtleben noch mal so richtig Fahrt auf.

Mit dem Reisemobil durch blühende Blumenfelder

Wer zwischen Mitte März und Ende Mai durch Holland fährt, kommt in den Genuss, die niederländischen Tulpenfelder in voller Blüte zu sehen. Dann ist ein Ausflug zum Keukenhof, dem ein paar Kilometer südwestlich von Amsterdam gelegenen weltweit größten Blumenpark, ein absolutes Muss. Schon der Weg dorthin durch die Landschaft des Bollenstreek (eine berühmte Blumenzwiebelregion) ist ein Erlebnis für sich – überall leuchten die Blumenfelder in den tollsten Farben.

Im Park des Keukenhofs (übersetzt Küchengarten, hier wurden einst Kräuter für das zugehörige Schloss angepflanzt) erleben wir dann ein florales Spektakel. Auf einer Fläche von 32 Hektar sorgen kunstvoll angelegte Blumenlandschaften für wahre Farbexplosionen. In diesem Frühling blühen hier alleine mehr als sieben Millionen Zwiebelblumen – in den Gärten und Themen-Pavillons sind vor allem Tulpen, aber auch Hyazinthen, Narzissen, Orchideen, Rosen, Nelken, Iris, Lilien und viele weitere Arten zu bewundern.

Wasserläufe und -fontänen, Kinderspielplätze, eine große Windmühle und vieles mehr runden das Erlebnis ab. Und im Shop kann man dann praktischerweise gleich Blumenzwiebeln für den heimischen Balkon oder Garten kaufen. Doch keine Sorge, dafür gibt es entlang unserer Route zahlreiche weitere Möglichkeiten – auf einigen Stell- und Campingplätzen werden Blumenzwiebeln von den Bauern sogar direkt verkauft.

Langer Sandstrand in Scheveningen

Ortswechsel nach Scheveningen, dem alten Seebad von Den Haag – hier spielt die Musik ganz klar am drei Kilometer langen Sandstrand. Eine Beachbar reiht sich an die nächste, es wird gebuddelt, gebadet und gechillt. Vom Aussichtsturm des 400 Meter langen Piers stürzen sich mutige Bungee Jumper hinab. Den perfekten Mittagssnack genießen wir dann im Hafen: fangfrischen Fisch, geräuchert im Brötchen oder gegrillt auf dem Teller. Wir packen gleich noch ein paar Prachtexemplare für den Campinggrill mit ein.

Was wir auf unserer Holland-Tour besonders genießen? Mit unserem Reisemobil ganz entspannt durch die bunt blühende Bilderbuchlandschaft zu fahren, vorbei an Kanälen, Windmühlen und Schafweiden. Wir schauen den hartgesottenen Wassersportlern zu, die ihren Spaß in der (meist kühlen) Nordsee haben, und gehen in kleinen Städten auf Entdeckungstour. Dass die Holländer echte Campingprofis sind, zeigt sich an den vielen tollen Stell- und Campingplätzen.

Ausflugs-Tipps:

Die Insel Texel ist der krönende Abschluss unserer Reise. Direkt im Fährhafen von Den Helder liegt ein Stellplatz mit sehr guten Sanitäranlagen, per Rad geht es dann aufs Schiff. Texel hat neben vielen Fahrradwegen auch 30 Kilometer Sandstrand und urige Orte zu bieten, wo man in kleinen Shops wunderbar Kunsthandwerk und allerhand Nippes kaufen kann. Unser Holland-Trip wird sicher noch lange nachwirken – was nicht nur an den Blumenzwiebeln liegt, die unseren Balkon daheim in ein buntes Blumenmeer verwandeln.

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